Kündigung aus der Konserve

Mensch, manchmal bietet sich doch ein Fluchtweg. Auf Knopfdruck. Auf dieser Internet-Seite gibt es vorgefertigte Kündigungen – und das schon seit Jahren. Natürlich Job, aber daneben auch Telefon, Wohnung und Versicherung. Einfach nur die wichtigsten Daten eintragen, und den Rest regelt das Web. Wie praktisch, um kurzfristigen Frust ebenso temporär abzubauen. Ach ja, ich kenne drei, die diese Dienstleistung erfolgreich am letzten Freitag genutzt haben. Sie brauchen jetzt nur noch ihre Zeit abzusitzen.

Ulli Kiebitz
Hauptstraße 12
10000 Hauptstadt Telefax:
EMail : Ulli.Kiebitz@haumichraus.de

10000 Hauptstadt, den 2.4.2007

Werbeagentur
Personalabteilung
Arbeitgeberstraße 12
10001 Hauptstadtzentrum

Kündigung meines Arbeitsvertrages
Personalnummer: 666

Guten Tag!

hiermit kündige ich meinen oben genannten Vertrag zum 31.3.2007
oder zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte erstellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das Sie
mir mit meinen restlichen Arbeitsunterlagen aushändigen. Wegen meines
Resturlaubes melde ich mich in den nächsten Tagen bei Ihnen

Bestätigen Sie mir bitte kurz schriftlich den Kündigungstermin. Gerne auch
per Fax oder eMail. Meine Adresse entnehmen Sie bitte dem Briefkopf.

Viele Grüße

– Ulli Kiebitz –

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Freiheit, Kündigung, Werbeagentur, Werbung von Ulli Kiebitz. Permanentlink.

Über Ulli Kiebitz

Die ach so schöne Werbewelt fügt ihren Bewohnern schwere Verletzungen zu. Berater, Kreative, Kunden, Dienstleister sind werbewund. Dieses Blog ist der richtige Ort, die Wunden zu lecken. Unser Motto: "Du bist nicht allein." Denn es gibt immer jemanden, der noch schlimmer leidet als Du. Unsere Mission ist erfüllt, wenn wir auch nur einen einzigen Träumer, eine einzige Unschuldige davor retten, in die Werbung zu gehen.

5 Gedanken zu „Kündigung aus der Konserve

  1. Sehr schön! Wenn das nicht Web2.0 ist! Quasi der Hesse/Schrader für den Exitus. Evtl. könnte man auch die „Kündigung der Woche“ wählen? Den „Kündigungs-König“? Passende „Chef: Ich gehe!“-Shirts bestellen (personalisiert) und statt des furchtbar grausamen „Ich hab‘ die Haare schön!“ dürfte man ein melodisches „Ich hab‘ noch Resturlaub!“ downloaden…

  2. Und das alles im Rahmen einer Betriebskündigungsgruppe. Die Idee mit dem Kündigungs-König gefällt mir übrigens sehr gut – mit den Kategorien „Wer geht am stilvollsten?“, „Wer gibt der Geschäftsführung noch richtig was mit?“, „Wer wird im Nachhinein zum Helden, weil seine Ratschläge und Kritik beherzigt werden?“

  3. „Wer geht am stilvollsten?“ – Sehr schön! Dann auch als Frühlingsratgeber in den Zeitschriften für die jüngere Frau! Kündigen ist gerade SO hip! „Kündigen? Achten Sie auf Pastell-Töne!“

  4. Ich glaube, wir sind hier gerade etwas ganz Heißem auf der Spur. Einer unentdeckten Zielgruppe. Die Gekündigten, die nicht unzufrieden in die Arbeitslosigkeit (besser Freiheitsfülle) gehen, und vor allem die Kündigungswilligen.

  5. Feind hört mit 🙂 Das mit der neuen Zielgruppe hat Charme. Und vor allem jene, die schon vor langer Zeit gekündigt haben und der Chef hat´s noch immer nicht bemerkt 🙂 Gekündigt – na und? 🙂

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