Ich hatte einen Traum

Die Tür schlug hinter mir zu. Morgensonne durchbrach den frühen Nebel. Die Welt glänzte. Südländisches Licht auf den Häuserwänden. Wie von selbst schritten meine Füße, trugen mich Wege entlang und um Ecken.
Ich sah eine Welt des Friedens. Alle Menschen lächelten und meinten es ernst. Sie reichten sich die Hände und die Wangen. Fröhlich glomm ihre Haut. Süße Klänge erfüllten diese Welt. Wenn ich mit den Menschen sprach, öffneten sie mir ihr Herz. Wir sprachen über Liebe und Philosophie und Wissenschaft und alles erschien so leicht.
Ich lebte dahin. Das Glück, das ich vom ersten Augenblick an empfunden hatte, ward nicht kleiner. Es wuchs in meinem Herzen. Alles war bunt. Ein Jahr verging. Und ich fragte mich, ob das denn alles wahr sein könnte. Die Frau an meiner Seite strich mir durchs Haar. Ich stellte keine Fragen mehr. Bis zum nächsten Jahr.
Dann begann ich zu fragen. Warum ist hier alles so schön, die Menschen so lieb, der Metaphysik ein Wohlgefallen. Ich durchschwamm Meerengen, bestieg Berge, sprang von ihnen herab und landete in warmer Milch. Ich fragte Kinder, Liebende und Eremiten. Keiner wusste eine Antwort. Dann kam ich an einer Quelle an, goldenes Licht wuchs hinan. Meine dicken Arme hob ich zum Himmel: „Warum das alles hier? Warum ich hier?“ Ein Blitz stach hernieder. Donnerhall durchbrach den Himmel. Eine volltönende Stimme durchsprengte meinen Leib und entzündete alle Synapsen: „Hier ist alles – bis auf eines. Es gibt einen Grund, der Glück, Liebe, Wissen und Gesundheit Deinem Körper und Deiner Seele schenkt. Hier ist alles – bis auf die Werbung. Deshalb ist alles gut.“
Ich wachte auf und der Alptraum geht weiter.