Leider kein Rot gesehen

Einer hatte die Idee. Andere sind drauf angesprungen. Und plötzlich waren fast alle dabei. Wir haben uns am Samstagabend in den Agenturräumen getroffen, um uns die Mondfinsternis anzuschauen. Und oh Wunder, es war kein Problem, an die Schlüssel zu kommen. Wir haben’s gemacht wie in alten Zeiten. Jeder hat ein bisschen was mitgebracht. Natürlich hatten wir zu viele Salate und zu viel Baguette. Aber gestört hat’s keinen. Ach ja. Alkohol spielte auch eine Rolle. Das lokale Bier, Gin Tonic und ein selbstkreierter Cocktail mit dem originellen Namen Dark Moon.

Ein netter Abend – so weit ich es überhören konnte, blieben Gespräche über Agenturinterna in der Minderzahl. Ab halb dreiundzwanzig traten wir dann alle gemeinsam auf die Terrasse, in Eintracht und fast wieder versucht, für die freie Liebe in die Bresche zu springen. Augen nach oben. Wir erwarteten, dass sich die Erde langsam zwischen Mond und Sonne schiebt. Und sahen … nichts. Zwischen uns und den Himmelszeichen standen die Wolken. Nur in der Zeit der totalen Mondfinsternis – für Datenfetischisten zwischen 23.44 und 0.58 Uhr – ahnten einige von uns einen rötlichen Schimmer. Ich bin der Meinung, da war nix. Aber gut.

Wohl aus Trauer über die entgangene Gelegenheit verkündete die Geschäftsführung, dass alle bis auf die Kernbesatzung am Montag zwei Stunden später zur Arbeit kommen können. Außer es wäre „projektmäßig“ etwas zu tun. Also: Bis Montag um 8.30 in der Agentur!