Mein erstes Mal – mit Stöckchen

Vera hat ein Stöckchen in meine Richtung geschmissen. Da kann ich nicht zurückstehen und durchpflüge auf zufälligen Wegen meine musikalische Minimal-Auswahl auf dem Notebook. Die kompletten Spielregeln für das Stöckchen gibt’s hier.

Also dann – Schleusen auf!

Vorspann: A perfect circle – Rose
Jedenfalls ein Beginn mit Paukenschlag.

Aufwachen: Mahalia Jackson – Joy to the world
Das bringt mich auf eine Idee. Ich sollte meinen Wecker umprogrammieren.

Erster Schultag: Damills – Under my thumb
Ob das Comenius und Pestalozzi gerne hören? Ich spüre schon die Soundschwingungen von The Wall. Die Swing-Version des Stones-Klassikers schwächt die Botschaft nur ungenügend ab.

Verlieben: Ben Harper – Satisfied Mind
Auf dem Punkt. Jedenfalls was den Titel betrifft. Vielleicht sollte ich mich noch einmal in die Lyrics reinhören.

Das erste Mal: Peter Gabriel – Shock the monkey
Schmerzhafte Sache, das. Und ein direkter Verweis auf die Bäume, von denen wir kommen. Aus einer Zeit, als Tierexperimente noch en vogue waren. „Kind, was willste werden?“ – „Kosmetik-Erfinder.“

Kampflied: When I find my life – Marianne Faithful
Über diesen Zufall muss ich erst noch nachdenken.

Schluss machen: Pink Floyd – Young lust
In jedem Ende steckt ein neuer Start.

Abschlussball: Okean El’zy – Без бою
Schulterzucken. Passt das? Passt das nicht? Meine Ukrainisch-Kenntnisse werden es mir weisen. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass aus diesem Land weitaus bessere Musik kommt, als uns Ruslana beim European Song Contest vorgetanzt hat. Für weitere Hinweise stehe ich gerne zur Verfügung. Für Übersetzungen nicht.

Leben: Van Morrison – Good Morning Little Schoolgirl

Nervenzusammenbruch: Air – Kelly watch the Stars
Das wirkt. Danach verschwimmt der Zusammenbruch.

Auto fahren: Tori Amos – Silent all these years
OK. Wenn ich dazu Auto fahre, kracht’s garantiert. Aber schönes Lied für besinnliche Stunden.

Flashback: Pearl Jam – Immortality
Man steigt niemals in den selben Fluss, sprach Heraklit. Aber nass bleibt’s allemal.

Wieder zusammen kommen: Drink it in – Heather Nova
„I’m looking at you.“ – Auch, wenn man sich im höheren Auftrag dann doch wieder trennen muss.

Geburt des ersten Kindes: The Smiths – Sweet and tender Hooligan
Prima Aussichten.

Endkampf: Podcast – Productive Talk Comp.: Episodes 01-08 (enhanced AAC) von David Allan and Merlin Mann
Gröhlen ist erlaubt. Auch der Endkampf will ordentlich geplant sein – am besten mit Getting Things Done von David Allen. Wer will denn schon so ein Durcheinander, wie bei der HdR-Endschlacht? Jetzt ist dieser Podcast nicht mehr Teil meiner zufälligen Spielreihenfolge.

Todeszene: Caravan – Van Morrison

Beerdigungslied: Working class hero – Marianne Faithful
Ein Blick in unsere Zukunft.

Abspann: Depeche Mode – Waiting for the night
Eine gute Frage: Gibt es im Paradies eigentlich Tag und Nacht? Und wovon träumt man im Paradies? Woran glaubt man? Wir haben genug Zeit, darüber nachzudenken, während wir auf die Nacht warten.

Ach ja. Das Stöckchen werfe ich weiter zu Werbewunderland und Formsache – zur willkommenen Ablenkung vom Tagesgeschäft.

Auf der Suche nach dem perfekten Werbesong

Dies und das haben mich auf eine Idee gebracht.

  • „Sending out an SMS“, dargeboten von The Police als Werbung für eine Providerfirma, und
  • „Über sieben Brücken“ von der altehrwürdigen und fatalistisch angehauchten Band Karat für ein Teppichgeschäft

sind ein guter Anfang für die Suche nach dem perfekten Werbesong für das perfekte Produkt. Hier noch einige Vorschläge von mir, weitere sind natürlich willkommen:

  • Queen feat. David Bowie: „Under Pressure“ für Schraubzwingen,
  • Simply Red: „Holding back the years“ für eine schönheitschirurgische Klinik,
  • Led Zeppelin: „Stairway to heaven“ für Treppenlifte,
  • Nine Inch Nails: „Hurt“ für ein Sado-Maso-Studio,
  • Nirvana: „Smells like Teen Spirit“ schreit ja geradezu nach Deo-Werbung,
  • The Notwist: „Pilot“ für die terroristische Pilotenausbildung,
  • Santa Esmeralda: „Don’t let me be misunderstood“ für Hörgeräte oder Megaphone,
  • U2: „Where the streets have no name“ für das Mannheimer Stadtmarketing,
  • Tom Waits: „Earth died screaming“ für Kernkraftwerk-Betreiber,
  • System of a down: „She’s like heroin“ als CD-Wahlkampf-Hymne und
  • David Sylvian: „Let the happiness in“ für Prozac.