Eine Stockattacke auf meinen Musikknochen

Die liebreizende Vera hat mir Arbeit gemacht: Jetzt muss ich ein Stöckchen schnitzen. Und es gleich weiterreichen an Björn, der mir heute einen Kommentar schenkte, an Donavone, weil er schon eine ganze Sammlung hat, aber dieses anscheinend noch nicht, und an die Sympatexterin als temporäres Heilmittel gegen Frühjahrsblogmüdigkeit.

Gesucht ist ein Song …

… der Dich traurig macht:
Famous blue raincoat – Leonard Cohen

… bei dem Du weinen musst:
Fernando – Abba
(nein, nicht weil er so traurig ist)

… der Dich glücklich macht:
Don’t let me be misunderstood – Nina Simone

… bei dem Du sofort gute Laune kriegst:
Moondance – Van Morrison

… bei dem Du nicht still sitzen kannst:
Mars – John Coltrane

… der Deiner Meinung nach zu kurz ist:
Supper’s ready – Genesis

… der Dir etwas bedeutet:
Hallelujah – Jeff Buckley

… den Du ununterbrochen hören kannst:
Some kind of fool – David Sylvian

… den Du liebst:
Gothic – Ketil Bjornstadt + David Darling

… den Du besitzt, aber nicht magst:
Blue eyes – Elton John

… dessen Text auf Dich zutrifft:
Working class hero – John Lennon

… von einem Soundtrack:
A love before time (Mandarin Version) – Coco Lee (OST: Tiger & Dragon)

… den du schon live gehört hast:
Holes – Mercury Rev

… der nicht auf deutsch/englisch ist:
Spaccanapoli – ‚O Mare

… der von einer Frau gesungen wird:
O silèncio da guitarra – Mariza

… eines Solokünstlers:
I remember – Damien Rice

… Deiner Lieblingsband:
G-Spot Tornado – Frank Zappa

… aus Deiner frühesten Kindheit:
Be – Neil Diamond

… mit dem Du Dich identifizierst:
Das Lied von der Erde – Gustav Mahler

… den Du Deinem Schwarm vorsingen würdest:
Never tear us apart – INXS

… zum Küssen:
Roxanne – (aber die Version aus dem Film Moulin Rouge)

… zum Kuscheln:
Strange fruits – Billie Holiday

… der Dich an Deinen letzten Liebeskummer erinnert:
You don’t know what love is – Cassandra Wilson

… der von Sex handelt:
Love me tender – Elvis Presley

… der Dich an einen Urlaub erinnert:
Wild dances – Ruslana

… der Dir peinlich ist, dass Du ihn gut findest:
Beinhart – Torfrock

… den Du gerne beim Aufstehen hörst:
Stabat Mater – Pergolesi

… zum Einschlafen:
The swan – Thom Yorke

… den Du gerne beim Autofahren hörst:
We came through – Scott Walker

… der Dir schon mal in einer Situation geholfen hat:
Once upon a time in the West – Ennio Morricone

… dessen Video Du als letztes im Fernsehen gesehen und überraschend gut gefunden hast:
Weapon of Choice – Fatboy slim

… den Du immer wieder hören musst:
Mysterons – Portishead

… der Dich nervt:
Über den Wolken – Reinhard Mey

… der dich rasend macht:
Verdampt lang her – Bap

… den Du von einer/m Freund/in lieben gelernt hast:
Jigsaw – Mike Stern

… den du magst, aber die Band nicht:
Two princes – Spin Doctors

… den du gerade hörst:
My clown’s on fire – The Lounge Lizards

… einer Band, die es nicht mehr gibt:
People are strange – The Doors

So. Wer jetzt so weit gekommen ist, sollte dringend an seinen CD-Schrank gehen und seine alten Schätzchen ausgraben. Auf dass sie viel Gehör finden.

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Stock und Hut steh’n ihm gut

Was ist eigentlich die tiefere Bedeutung von „Hänschen klein“? Müsste es nicht eher „Stöckchen“ heißen? Jedenfalls hat Ninifaye eins in meine Richtung geschmissen und ich hab’s auch brav gefangen. Sechs komische oder kuriose Dinge über mich soll ich schreiben. Buah. Selbsterkenntnis – gefährliche Sache.

  1. Ich kann mir keine Geburtstage zwischen dem 21. und 27. jeden Monats merken. Alle anderen: kein Problem.
  2. Kurz bevor mich der Schlaf überrennt, habe ich oft geniale Ideen für Bücher. Die Szenen spulen sich vor meinem inneren Auge ab. Pageturner, sage ich Euch. Handlungsstränge, die die Welt noch nicht gelesen hat. Krimis, raffinierter als alles von Wallander, Highsmith, Delane, Hill etc. zusammen. Liebesgeschichten, für die man sich noch drei Tränendrüsen wünscht. Gesellschaftsromane, die Minister zum Abtreten zwingen. Leider bin ich in der Regel zu müde, um noch aufzustehen und einige Stichwörter niederzuschreiben. Doch die Welt hat Glück gehabt. Manchmal habe ich mich überwunden – und morgens konnte ich alles noch einmal nachlesen. Anlässlich dieses Stöckchens schenke ich drei Plot-Ideen der Welt. Ihr könnt sie haben, sie zu Kunstwerken und Geld und beidem machen:
    – Kleiner Junge in Haus. Schrei.
    – Frau liebt Mann. Beide unglücklich.
    – Schlüsselroman Berlin. Umzug.
  3. Ich bin ein Stimmungskacker. Dementsprechend weit gespannt ist die Leseauswahl auf meinen Privattoiletten. Aktuell: Werwolf-Geschichten, Lyrik des Abendlandes, Kleines Arschloch, drei Wochen altes Spiegel-Magazin und italienische Kurzgeschichten.
  4. Wenn ich wirklich sauer bin, fange ich an zu knurren.
  5. Tiefe Traurigkeit übermannt mich, wenn mir jemand einen Tee anbietet und dann eine Tasse mit Beutel auf den Tisch kommt.
  6. Um mich vom bohrenden Schmerz beim Zahnarzt abzulenken, rechne ich das Siebener 1×1 nach. Ist 354 restlos durch 7 teilbar?

Weiter geht’s. Vera, kannst Du fangen?

Mein erstes Mal – mit Stöckchen

Vera hat ein Stöckchen in meine Richtung geschmissen. Da kann ich nicht zurückstehen und durchpflüge auf zufälligen Wegen meine musikalische Minimal-Auswahl auf dem Notebook. Die kompletten Spielregeln für das Stöckchen gibt’s hier.

Also dann – Schleusen auf!

Vorspann: A perfect circle – Rose
Jedenfalls ein Beginn mit Paukenschlag.

Aufwachen: Mahalia Jackson – Joy to the world
Das bringt mich auf eine Idee. Ich sollte meinen Wecker umprogrammieren.

Erster Schultag: Damills – Under my thumb
Ob das Comenius und Pestalozzi gerne hören? Ich spüre schon die Soundschwingungen von The Wall. Die Swing-Version des Stones-Klassikers schwächt die Botschaft nur ungenügend ab.

Verlieben: Ben Harper – Satisfied Mind
Auf dem Punkt. Jedenfalls was den Titel betrifft. Vielleicht sollte ich mich noch einmal in die Lyrics reinhören.

Das erste Mal: Peter Gabriel – Shock the monkey
Schmerzhafte Sache, das. Und ein direkter Verweis auf die Bäume, von denen wir kommen. Aus einer Zeit, als Tierexperimente noch en vogue waren. „Kind, was willste werden?“ – „Kosmetik-Erfinder.“

Kampflied: When I find my life – Marianne Faithful
Über diesen Zufall muss ich erst noch nachdenken.

Schluss machen: Pink Floyd – Young lust
In jedem Ende steckt ein neuer Start.

Abschlussball: Okean El’zy – Без бою
Schulterzucken. Passt das? Passt das nicht? Meine Ukrainisch-Kenntnisse werden es mir weisen. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass aus diesem Land weitaus bessere Musik kommt, als uns Ruslana beim European Song Contest vorgetanzt hat. Für weitere Hinweise stehe ich gerne zur Verfügung. Für Übersetzungen nicht.

Leben: Van Morrison – Good Morning Little Schoolgirl

Nervenzusammenbruch: Air – Kelly watch the Stars
Das wirkt. Danach verschwimmt der Zusammenbruch.

Auto fahren: Tori Amos – Silent all these years
OK. Wenn ich dazu Auto fahre, kracht’s garantiert. Aber schönes Lied für besinnliche Stunden.

Flashback: Pearl Jam – Immortality
Man steigt niemals in den selben Fluss, sprach Heraklit. Aber nass bleibt’s allemal.

Wieder zusammen kommen: Drink it in – Heather Nova
„I’m looking at you.“ – Auch, wenn man sich im höheren Auftrag dann doch wieder trennen muss.

Geburt des ersten Kindes: The Smiths – Sweet and tender Hooligan
Prima Aussichten.

Endkampf: Podcast – Productive Talk Comp.: Episodes 01-08 (enhanced AAC) von David Allan and Merlin Mann
Gröhlen ist erlaubt. Auch der Endkampf will ordentlich geplant sein – am besten mit Getting Things Done von David Allen. Wer will denn schon so ein Durcheinander, wie bei der HdR-Endschlacht? Jetzt ist dieser Podcast nicht mehr Teil meiner zufälligen Spielreihenfolge.

Todeszene: Caravan – Van Morrison

Beerdigungslied: Working class hero – Marianne Faithful
Ein Blick in unsere Zukunft.

Abspann: Depeche Mode – Waiting for the night
Eine gute Frage: Gibt es im Paradies eigentlich Tag und Nacht? Und wovon träumt man im Paradies? Woran glaubt man? Wir haben genug Zeit, darüber nachzudenken, während wir auf die Nacht warten.

Ach ja. Das Stöckchen werfe ich weiter zu Werbewunderland und Formsache – zur willkommenen Ablenkung vom Tagesgeschäft.